Ein Mensch ist erst vergessen,
wenn sein Name vergessen ist
Leitmotiv
des Stolperstein-Initiators
Gunter Demnig

Joseph Nathan

* 18841942

Klaus-Groth-Str. 13, Stade

Hier wohnte
Joseph Nathan
Jg. 1884
Deportiert 1941
Minsk
Ermordet 28.7.1942

Biografische Informationen

Joseph Nathan wurde am 15.9.1884 als Sohn von Benjamin und Julie Nathan, geb. Leiser, in Kerpen geboren. Er lebte in Cuxhaven und war Viehhändler von Beruf. Im Jahr 1909 heiratete er in erster Ehe Lina Solmitz (geb.1883) aus Kampsheide (Hoya).

Das Ehepaar zog von Cuxhaven nach Bremervörde. Ihre erste Wohnung dort bezogen sie beim Schlachtermeister Gütersloh in der Neuen Straße 118. Im Jahre 1911 holte Joseph Nathan seine Schwiegereltern Adolf und Henriette Solmitz und seinen Schwager Max mit Familie in die neue Wohnung. Nach dem Tod der Eltern zogen die Eheleute Nathan in die Neue Straße 110.

Nachdem 1933 seine Ehefrau Lina gestorben war, zog Joseph Nathan von Bremervörde nach Stade.
Neben der Familie Davids und Fritz de Jonge war er nun der dritte jüdische Viehhändler in der Stadt.
Die Ausübung dieses Gewerbes war mittlerweile durch antisemitische Maßnahmen erschwert. Die Nationalsozialisten versuchten durch Denunziationen, Anprangerungen und Geldstrafen, die Handelsbeziehungen zwischen Juden und Deutschen zu unterbinden. 

Am 23.12.1933 heiratete Joseph Nathan in Hamburg die ebenfalls verwitwete Selma Horwitz, geb. Buchholz (geb. 1883 in Posen). Sie brachte aus erster Ehe die Tochter Ilse (geb. 27.11.1920) mit. Doch schon drei Jahre später –-  im März 1936 -– folgte die Trennung, so dass Joseph Nathan wieder allein lebte.

Seine Ehefrau Selma Nathan wanderte 1939 nach Südafrika aus, wo bereits deren Tochter Ilse lebte. Im selben Jahr wurde die Ehe geschieden. Auch Joseph Nathan hatte sich um die Auswanderung nach Südafrika bemüht, was ihm jedoch nicht gelungen war.

Auf Druck der Nationalsozialisten musste Joseph Nathan 1939 Stade verlassen und zog nach Bremen zunächst in die Westerstraße 70, schließlich in der Westerstraße 28. Seinen Beruf durfte er nicht mehr ausüben.

Am 18.11.1941 wurde er von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurde er ermordet: sofern er nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlag, fiel er einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.

Joseph Nathan starb am 28. Juli 1942.

Der Stolperstein für Joseph Nathan

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