Ein Mensch ist erst vergessen,
wenn sein Name vergessen ist
Leitmotiv
des Stolperstein-Initiators
Gunter Demnig

Moritz Wertheim

* 18801943

Teichstraße 6, Stade

Hier wohnte
Moritz Wertheim
Jg. 1880
Flucht 1939 Holland
Verhaftet 1940
Interniert Westerbork
Deportiert 1943
Subibor
Ermordet 23.4.1943

Biografische Informationen

Moritz Wertheim wurde am 25. März 1880 in Helmarshausen (Hessen) geboren[1].

1923 kommt er nach Stade und wohnt dort in der Teichstraße 6. Er gehört zur kleinen jüdischen Minderheit der Stadt.

Als Partner von Gotthelf Friedlaender (Vater von Fritz Friedlaender ) wird er Miteigentümer des kleinen Bankhauses Friedlaender & Wertheim in der Großen Schmiedestraße.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten sind jüdische Bürger und deren Unternehmen fortwährender Diskriminierung und Repression ausgesetzt. Die staatlich organisierte Hetze äußert sich in Boykotten und gipfelt erstmals im "Novemberpogrom", bei dem landesweit jüdische Einrichtungen und Geschäfte geschändet werden. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 werden auch im Bankhaus Friedlaender & Wertheim Scheiben eingeworfen und das Inventar zerstört. Nach zuvor erfolglosen Versuchen, einen geordneten Eigentumsübergang zu finden, müssen die Inhaber das Bankhaus nun endgültig aufgeben.

Moritz Wertheim emigriert in die Niederlande, wo er 1940 verhaftet wird. Man verbringt ihn nach Westerbork. Das dortige "Polizeiliche Judendurchgangslager" war eines von zwei in den Niederlanden eingerichteten zentralen NS-Durchgangslagern für die Deportation niederländischer und sich in den Niederlanden aufhaltender deutscher Juden in andere Konzentrations- und Vernichtungslager.

Am 15. Juni 1942 beginnen die Deportationen aus Westerbork. Am 20. April 1943 wird Moritz Wertheim nach Sobibor deportiert und dort drei Tage später ermordet.

Moritz Wertheim stirbt am 23. April 1943.

  • [1] Quelle: Bundesarchiv, "Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945" Eintrag zu Moritz Wertheim
  • [2] Zur Geschichte der "Arisierung" des Bankhauses Friedlaender & Wertheim: Ingo Köhler, "Die »Arisierung« der Privatbanken im Dritten Reich: Verdrängung, Ausschaltung und die Frage der Wiedergutmachung", München 2005, Seite 340-343
    In Teilen verfügbar bei GoogleBooks: GoogleBooks: Ausschnitt des Werks mit Hervorhebungen
  • [3] Quelle: Geschäftsbericht der Commerzbank aus dem Jahr 1954 PDF-Faksimile bei commerzbank.de

Der Stolperstein für Moritz Wertheim

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